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Ist Bio besser?

von Kirsten
Ist bio besser

Biolebensmittel sind immer mehr im Kommen. Mittlerweile muss man nicht mehr in den Bioladen gehen, sondern jeder Discounter hat eine ganze Palette an Produkten in Bioqualität. Doch ist Bio besser? Für biologischen Anbau sprechen die ökologischen Vorteile, außerdem sollen die Produkte gesünder sein und einen besseren Geschmack aufweisen. Lohnt es sich also, statt konventionellen Lebensmitteln lieber die Biovariante zu kaufen, oder frisst einem das nur ein Loch in den Geldbeutel?

Vorneweg – wir kaufen erst seit einer Weile, etwa seit einem guten halben Jahr hauptsächlich Bioprodukte und das nicht ausschließlich. Es gibt durchaus Dinge, die wir aus konventioneller Produktion verwenden. Entweder, weil es kein vergleichbares Bioprodukt gibt, oder weil es deutlich umständlicher wäre, das entsprechende Bioprodukt zu kaufen.

Die Gründe, warum man auf biologische Lebensmittel zurückgreift, können unterschiedlich sein. So wäre der ökologische Aspekt zu nennen. Je nach Biostandard wird auf nachhaltigen Anbau und bodenschonende Pflanzreihenfolge geachtet. Auch der Einsatz von Pestiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln ist im Bioanbau stark reglementiert. Bei tierischen Produkten wie Eiern, Milch oder Fleisch ist die Haltungsform eine deutlich besser. Die Tiere haben mehr Platz, sind mehr draußen und werden artgerechter gehalten.

Was bedeutet Bio?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schreibt in seiner EG-Öko-Verordnung für Produkte aus ökologisch kontrolliertem Anbau verschiedenes vor:

  • Keine Genmanipulation der Lebensmittel
  • Verbot von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln beim Anbau
  • Kunstdünger oder Klärschlamm finden keine Verwendung beim Anbau
  • Eine ganze Reihe von Zusatzstoffen (beispielsweise Geschmacksverstärker, künstliche Farbstoffe und Süßstoffe) sind nicht zugelassen
  • Tiere bekommen in der Regel keine Wachstumshormone oder Antibiotika

Wusstest du schon?

Verarbeitete Bio-Produkte müssen nicht zu 100% aus biologisch hergestellten Produkten bestehen. Ein Anteil von 95% sind ausreichend.

Die wichtigsten deutschen Biosiegel im Überblick

Vielleicht ist dir beim Blick auf das Etikett schonmal aufgefallen, dass Bio nicht gleich Bio ist. Es gibt eine ganze Reihe von Bio-Siegeln. Hierbei handelt es sich um Prüfsiegel, die Erzeugnisse aus ökologischer Landwirtschaft kennzeichnen. Die in Deutschland gängigen Siegel sind:

  • EU-Bio-Siegel: Gilt seit 2001 als staatliches Bio-Siegel. Das sechseckige Zeichen mit dem „Bio“ Schriftzug in der Mitte steht für die Kriterien, die die EG-Öko-Verordnung vorgibt. Hier werden definierte Mindestkriterien eingehalten.
  • Biokreis: Anforderungen an die Produkte liegen weit über den gesetzlichen Anforderungen
  • Bioland: Strengere Richtlinien, als die gesetzlich vorgeschriebenen. Kreislaufwirtschaft bei der Produktion und ein Verbot von konventionellem Anbau parallel zur Biowirtschaft.
  • Demeter: Sehr hohe Anforderungen, weit über den gesetzlichen Anforderungen sowohl beim Anbau als auch insbesondere bei der Tierhaltung.
  • Naturland: Die Richtlinien sind strenger als die EU-Bio-Verordnung.
  • Biopark 
  • Ecovin: Der Bundesverband umfasst ökologisch arbeitende Weingüter in Deutschland
  • Gäa

Je nach Auflagen ändert sich dementsprechend auch der Preis der Produkte. Die höheren Anforderungen gehen oft mit steigenden Produktionskosten einher.

Sind Bioprodukte gesünder?

An der Frage, ob Bioprodukte gesünder sind, scheiden sich die Geister. Verschiedene Metastudien beschäftigen sich mit dem noch nicht abschließend geklärtem Thema.  Eine im Jahr 2012 durchgeführte Studie kam zu dem Schluss, dass es keinen signifikant höheren Nährstoffgehalt in Biolebensmittel verglichen mit konventionell angebauten Lebensmitteln gibt. Allerdings konnte 2014 in einer weiteren Studie gezeigt werden, dass Gemüse und Obst aus ökologischem Anbau einen höheren Anteil an Antioxidantien enthalten.

In Bezug auf die Nährstoffe kann man momentan also nicht sagen, dass Biolebensmittel nachweislich gesünder sind.

Allerdings sind verschiedene Stoffe wie Pestizide, Arzneimittelrückstände, Schwermetalle, Nitrat und Mykotoxine auch nichts, was wir in unserem Essen finden wollen. Hier gelten für alle Produkte einheitliche Höchstmengen. In der Biolandwirtschaft werden aber deutlich weniger hiervon in den Gesamtkreislauf eingebracht und regelmäßige Untersuchungen zeigen, dass weniger dieser Stoffe in Bioprodukten enthalten sind.

Für meine Familie und mich sind Biolebensmittel schon aus diesem Grund weitestgehend die Produkte der Wahl.

Weniger Pestizide konsumieren

Nicht immer bekommt man jedes Produkt problemlos in Bioqualität und nicht jeder kann oder will sich komplett biologisch ernähren. Es ist meiner Ansicht nach auch vollkommen in Ordnung konventionelle Lebensmittel (in Maßen) zu essen. Mit wenigen Tricks gelingt es auch hier, die Aufnahme von gesundheitsschädlichen Stoffen zu minimieren.

Unterschiede in der Pestizidbelastung von Obst und Gemüse

Der Einsatz von Pestiziden richtet sich stark nach der Anfälligkeit oder Robustheit der einzelnen Sorten und hier gibt es große Unterschiede. Auch die Anbauweise und die Jahreszeit stellen Faktoren dar. Daher ist es sinnvoll darauf zu achten, welche Lebensmittel besonders stark gespritzt werden, wenn man sich frag, „Ist Bio besser?

Ich orientiere mich gerne am Einkaufsratgeber der EWG . Hier werden als Lebensmittel mit den höchsten Pestizidbelastungen die sogenannten Dirty Dozen aufgelistet. Hierbei handelt es sich um:

  • Erdbeeren
  • Spinat
  • Grünkohl
  • Nektarinen
  • Äpfel
  • Weintrauben
  • Pfirsiche
  • Kirschen
  • Birnen
  • Tomaten
  • Sellerie
  • Kartoffeln
  • Paprika

Will man diese Produkte in Bioqualität kaufen, greift man teilweise echt tief in die Tasche und muss auch oft längere Zeit verzichten, da es die Lebensmittel im entsprechenden Standard einfach nur saisonal begrenzt gibt. Allerdings kann es einem das meiner Meinung nach wirklich wert sein. Insbesondere bei dünnhäutigem Obst dringen die Schadstoffe auch in die Frucht ein und bloßes Waschen reicht nicht zwangsläufig aus.

Eine dicke Haut schützt

Pestizide werden gespritzt, daher sitzt ein Großteil der Schadstoffe auf der Schale der Frucht. Je dicker diese ist, desto unbedenklicher ist der Verzehr, insbesondere, wenn man die Frucht schält.

Blattgemüse und Obst, das nicht geschält wird, versuche ich daher aus Bioanbau zu konsumieren. Bananen, Avocado oder Melone kann man auch mal konventionell kaufen, wenn nichts anderes vorhanden ist.

Clean Fifteen

Dem gegenüber stehen die Clean Fifteen die aufgrund geringem Pestizideinsatz auch aus konventionellem Anbau bedenkenloser genossen werden können. Lediglich die nachhaltigere Bodenwirtschaft etc. der Bioverbände sollte man hier beim Kauf im Hinterkopf behalten.

  • Avocado
  • Mais
  • Ananas
  • TK Erbsen
  • Zwiebeln
  • Papayas
  • Auberginen
  • Spargel
  • Kiwi
  • Weißkohl
  • Blumenkohl
  • Cantaloupemelone
  • Brokkoli
  • Champignons
  • Honigmelone

Ist Bio besser?

Meiner Ansicht nach ist eine nachhaltige Landwirtschaft, eine bewusste Kaufentscheidung und geringere Pestizidbelastung für meinen Körper und die Umwelt sinnvoll und damit ist Bio für mich besser. Dogmatisch sehe ich das nicht und weiß auch aus meiner Studentenzeit, dass Bio eine teure Priorität sein kann. Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dir dabei, die für dich richtige Entscheidung für einen gesunden Lebensstil zu treffen.

 

Grafiken erstellt mit Canva

 

1 Kommentar
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1 Kommentar

Saisonale Lebensmittel im Mai • Einfach Familie 30/04/2020 - 21:24

[…] Im Mai wächst nach wie vor kein Obst in „freier Wildbahn“. Eingelagerte Äpfel oder die ersten Erdbeeren aus ungeheizten Folientunneln gibt es aber schon. Warum du bei Erdbeeren vielleicht auf Bioqualität achten solltest, erfährtst du hier. […]

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