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[Blogmas] Über das Schenken von Zeit

von Kirsten

[dropcap]W[/dropcap]ir leben in einer Zeit in der es gefühlt oft nur um Konsum geht. Höher, schneller, weiter und vor allem MEHR. Drei bis vier Adventskalender parallel sind da nur der Anfang. Irgendwie verfehlt das ganze doch das Ziel oder? Versteht mich nicht falsch, ich schenke auch gerne und kaufe auch Geschenke, die mehr kosten als ein paar Euro. Entweder, weil schöne, qualitativ hochwertige Dinge eben etwas mehr kosten, oder weil ich auch nicht nur eine Kleinigkeit verschenken möchte.

Trotzdem versuche ich nach Möglichkeit immer, mir etwas auszudenken, das irgendwie individuell ist und ein bisschen „besonderen“ Glanz hat. Das gelingt mir, ganz ehrlich gesagt, nicht immer. Aber was sind solche Dinge überhaupt? Letztes Jahr war es ein Tischkalender für meinen Mann, der ihn im Büro mit nützlichen Tipps versorgt hat – etwa wie man einen Burger richtig isst, oder im Notfall eine Tür eintritt. Klingt jetzt komisch, sind aber Dinge, die er cool findet und mit dem Kalender hat er nicht gerechnet. Gleiches gilt dieses Jahr hoffentlich für die Handabdrücke unserer Kleinen mit denen Oma und Opa überrascht werden. In diesen Fällen finde ich eine Kleinigkeit gar nicht so schlimm. Denn es steckt Zeit darin – Zeit in der ich gebastelt, überlegt und herumexperimentiert habe, um den anderen eine Freude zu machen. Meist ist das viel aufwändiger, als mit drei Klicks etwas online zu bestellen.

Manchmal sind es auch die Kinogutscheine, eine Einladung zum Brunch, Konzerttickets oder Karten fürs Kabarett, die unterm Baum landen. Sicher nicht immer die günstigste Variante, aber das Schöne hieran ist, dass man dem anderen Zeit schenkt. Zeit, die man mit ihm verbringt. So schafft man Erinnerungen, hat Spaß zusammen, und auch wenn das Geschenk nur einmalig nutzbar ist, sind solche Dinge in meinen Augen manchmal so viel wert.

Ich glaube gerade in Bezug auf seine Eltern und Großeltern sollte man manchmal einfach ein wenig in ein Geschenk aus Zeit investieren. Denn irgendwann hat man die Gelegenheit nicht mehr. Auch wenn dieser Augenblick natürlich hoffentlich in so weiter Ferne wie möglich liegt, so finde ich es dennoch wichtig im Hier und Jetzt die Zeit, die man hat, zu nutzen. Meist reicht ja schon eine Einladung zum Kaffee oder ein Besuch im Zoo oder einfach ein Spaziergang im Park. Es geht ja primär darum, mit dem anderen zu reden und sich nicht aus den Augen zu verlieren.

Ich will gar nicht sagen, dass man nichts mehr kaufen soll, nur noch Erlebnisgeschenke und Gebasteltes den Weg unter den Tannenbaum (oder auf den Geburtstagstisch) finden soll, doch ist es nicht schöner, statt vier Adventskalender zu öffnen, gemeinsam über den Weihnachtsmarkt zu gehen? Und freut man sich nicht über etwas, dass einen wirklich überrascht, weil es zeigt, dass der Gegenüber sich richtig Gedanken gemacht hat, meist mehr, als über die teuersten Präsente?


In diesem Sinne: Lasst uns öfter Zeit verschenken – sei es die eigene oder Zeit gemeinsam etwas zu erleben. Eine schöne Adventszeit, eure Kirsten

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